Neue ADHS-Therapie für Erwachsene vorgestellt

12.12.2012 Kategorie: Gesundheit Tags , keine Kommentare

Psychologen der Universität Tübingen haben zwei Trainingsmethoden aus den USA zur Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter geprüft. Beide Methoden wurden von den Forschern als wirksam befunden. „Das eine nennt sich Neurofeedback-Training, bei dem die Gehirnwellen gemessen werden“, erklärt Forschungsleiterin Eva Wiedemann von der Universität Tübingen.

EEG-Signale als Schlüssel

Konkret geht es um ein computergestütztes Programm, das die Gehirnaktivität über abgeleitete EEG-Signale kontinuierlich an den Teilnehmer zurückmeldet. Durch das Einüben individueller Strategien zur Beeinflussung dieser Aktivität kann die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung gezielt gesteigert werden. Die andere Methode ist eher ein Gruppenprogramm, wo sich Verhaltensweisen trainieren lassen, wie etwa in einer Wartesituation Geduld zu bewahren.

Es werden also Strategien zum effizienten Zeitmanagement, Strukturieren des Alltags und Bewältigen von komplexen Arbeitsaufträgen vermittelt. Es gibt zwar schon eine Reihe von Behandlungsmethoden bei ADHS bei Kindern und Jugendlichen – die zwei neuen Methoden fokussieren aber die Behandlung Erwachsener. Die Symptome von ADHS im Erwachsenenalter sind etwa Konzentrationsprobleme, Unaufmerksamkeit, Organisationsschwierigkeiten, innere Unruhe und Impulsivität sowie Stimmungsschwankungen.

Genetische Veranlagung

Lange glaubte man, dass ADHS-Symptome während der Jugendzeit verschwinden. „Bei etwa 60 Prozent der Menschen mit ADHS in der Kindheit bleiben die Symptome im Erwachsenenalter bestehen“, so Wiedemann. Zudem sei die Erkrankung bei 60 bis 80 Prozent der Fälle genetisch bedingt und so auch nicht abhängig von einem bestimmten Kulturkreis. Die Symptome werden zwar im Erwachsenenalter weniger offensichtlich, verschwinden aber nicht. So wandelt sich die Hyperaktivität bei Kindern bei Erwachsenen zu einem Gefühl der inneren Unruhe.

Quelle: pressetext

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